Archiv der Kategorie: Endorsements

EU übernimmt Änderungen des IAS 1 und des IAS 8

Im März hat die EU-Kommission mit Verordnung (EU) 2022/357 Änderungen an IAS 1 und an IAS 8 in europäisches Recht übernommen. Hierdurch werden die Angaben zu Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden dahingehend konkretisiert, dass lediglich wesentlichen Angaben zu geben sind. Hierzu sind Leitlinien zur Bestimmung der Wesentlichkeit enthalten.

Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2023 beginnen. Einen freiwillige frühere Anwendung ist zulässig. Entsprechend haben wir unsere EU-IFRS 2023 für Sie aktualisiert.

EU übernimmt IFRS 17 Versicherungsverträge

Am 19.11.2021 hat die EU-Kommission mit Verordnung (EU) 2021/2036 den Standard IFRS 17 Versicherungsverträge in europäisches Recht übernommen. In Zusammenhang hiermit wurden Folgeanpassung an weiteren Standards vorgenommen: IFRS 1, IFRS 3, IFRS 5, IFRS 7, IFRS 9, IFRS 15, IAS 1, IAS 7, IAS 16, IAS 19, IAS 28, IAS 32, IAS 36, IAS 37, IAS 38, IAS 40 und SIC-27.

Abweichend zu sonstigen Übernahmen wird die IASB-Fassung des IFRS 17 jedoch nicht 1:1 in europäisches Recht übernommen. Stattdessen sieht Artikel 2 Absatz 2 der Verordnung (EU) 2021/2036 vor, dass eine bestimmte Regelung des IFRS 17 in der EU wahlweise nicht angewandt werden muss. So darf in der EU wahlweise auf die Anwendung des IFRS 17.22 verzichtet werden für:

  • Gruppen von Versicherungsverträgen mit direkter Überschussbeteiligung und Gruppen von Kapitalanlageverträgen mit ermessensabhängiger Überschussbeteiligung mit Zahlungsströmen, die Zahlungsströme an Versicherungsnehmer anderer Verträge beeinflussen oder von diesen beeinflusst werden und
  • Gruppen von Versicherungsverträgen, bei denen die Verträge über mehrere Vertragsgenerationen hinweg gesteuert werden, die die in Artikel 77b der Richtlinie 2009/138/EG genannten Bedingungen erfüllen und für die die Versicherungsaufsicht die Anwendung der Matching-Anpassung genehmigt hat.

Wendet ein Unternehmen auf solche Versicherungsverträge IFRS 17.22 wahlweise nicht an, so hat es dies im Anhang seines Abschlusses gemäß IAS 1 Darstellung des Abschlusses als wesentliche Rechnungslegungsmethode anzugeben und weitere Erläuterungen zu liefern, z. B. bei welchen Portfolios es von dieser Ausnahme Gebrauch gemacht hat. Die EU-Kommission beabsichtigt, die Fortführung der optionalen Ausnahme für IFRS 17.22 bis zum 31.12.2027 überprüfen und ggf. einen Änderung oder Beendigung dieser Ausnahme vorschlagen.

IFRS 17 und die zugehörigen Folgeänderungen sind spätestens anzuwenden für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2023 beginnen. Entsprechend haben wir eine neue Seite mit den EU-IFRS 2023 für sie erstellt.

EU übernimmt Verlängerung der Ausnahmen für Covid-19-bezogene Mietkonzessionen

Die EU-Kommission hat mit Verordnung (EU) 2021/1421 Änderungen an IFRS 16 vorgenommen und hierdurch die Ausnahmen für Covid-19-bezogene Mietkonzessionen bis 30. Juni 2022 verlängert.

Die Änderungen sind für Geschäftjahre anzuwenden, die am oder nach dem 01.01.2021 beginnen. Entsprechend haben wir unsere „EU-IFRS 2021“ und „EU-IFRS 2022“ für Sie aktualisiert.

EU übernimmt jährliche Verbesserungen der IFRS, Zyklus 2018-2020

Am 28.06.2021 hat die EU-Kommission mit Verordnung (EU) 2021/1080 Änderungen an verschiedenen IFRS vorgenommen, die sich aus der Übernahme der jährlichen Verbesserungen der IFRS, Zyklus 2018-2020, ergaben. Konkret betreffen die Änderungen:

  • IAS 16 Sachanlagen bzgl. der Erfassung von mit einer Sachanlage erzielten Erlösen vor deren Fertigstellung (z.B. aus Probeläufen oder Musterartikeln),
  • IAS 37 Rückstellungen, Eventualverbindlichkeiten und Eventualforderungen bzgl. einer Konkretisierung der bei einem belastenden Vertrag zu berücksichtigenden Kosten,
  • IAS 41 Landwirtschaft bzgl. der nach einer Ernte zu berücksichtigen Kosten,
  • IFRS 1 Erstmalige Anwendung der IFRS,
  • IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse bzgl. Ansatz und Bewertung übernommener identifizierbarer Vermögenswerte und Schulden,
  • IFRS 9 Finanzinstrumente bzgl. der Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten.

Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2022 beginnen. Entsprechend haben wir eine neue Seite zu den EU-IFRS 2022 für Sie erstellt.

EU übernimmt Änderungen des IAS 39, IFRS 4, IFRS 7, IFRS 9 und IFRS 16 hinsichtlich der „Reform der Referenzzinssätze (Phase 2)“

Am 13.01.2021 hat die EU-Kommission mit Verordnung (EU) 2021/25 Änderungen verschiedener IFRS übernommen, um die durch Verordnung (EU) 2016/1011 vorgesehene Reform von Referenzzinssätzen in die IFRS zu implementieren. Zugleich enthält die neue Verordnung Regelungen, um die Auswirkungen der Ablösung des bestehenden Referenzzinssatzes auf die Rechnungslegung abzumildern. Konkret werden folgenden IFRS geändert:

  • IAS 39 Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung
  • IFRS 4 Versicherungsverträge
  • IFRS 7 Finanzinstrumente Angaben
  • IFRS 9 Finanzinstrumente
  • IFRS 16 Leasingverhältnisse

Die Änderungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2021 beginnen. Entsprechend haben wir unsere EU-IFRS 2021 für Sie aktualisiert.

EU übernimmt Änderungen an IFRS 4 hinsichtlich verlängerter Befreiung von IFRS 9

Am 15.12.2020 hat die EU-Kommission mit Verordnung (EU) 2020/2097 eine Änderung des IFRS 4 „Versicherungsverträge“ zur Anwendung in der EU freigegeben. Hiernach gelten die zeitlich befristeten Befreiungen von Versicherern zur Anwendung der Regelungen des IFRS 9 „Finanzinstrumente“ nunmehr bis zum 31.12.2022.

Ursprünglich waren diese Befreiungsregelungen für Versicherer befristet bis zum 31.12.2020; für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2021 begannen, sollte diese Befreiungsregeln eigentlich auslaufen. Nunmehr wurde dies um zwei Jahre verschoben: Die Regelungen des IFRS 9 „Finanzinstrumente“ sind für Versicherer nun erstmals für Geschäftsjahre verpflichtend anzuwenden, die am oder nach dem 01.01.2022 beginnen. Entsprechend haben wir unsere EU-IFRS 2021 für Sie aktualisiert.

EU übernimmt Ergänzung des IFRS 16 hinsichtlich Covid-19-bezogener Mietkonzessionen

Am 9. Oktober 2020 hat die EU-Kommission mit der Verordnung (EU) 2020/1434 Ergänzungen des IFRS 16 Leasingverhältnisse zur Berücksichtigung von Covid-19-bezogener Mietkonzessionen im Rahmen der Folgebilanzierung durch Leasingnehmer übernommen.

Der verbindliche Erstanwendungszeitpunkt in der EU weicht von der Vorgabe des IASB ab:

  • Das IASB sieht gemäß IFRS 16.C1A eine verbindliche Anwendung für Geschäftsjahre vor, die am oder nach dem 1. Juni 2020 begannen und erlaubt eine freiwillige frühere Anwendung.
  • Die EU-Kommission hat in Artikel 2 ihrer Verordnung eine verpflichtende Anwendung für alle Geschäftsjahre festgelegt, die am oder nach dem 1. Januar 2020 begonnen haben.

Die Ergänzung des IFRS 16 ist in der EU für Geschäftsjahren, die zum 1. Januar 2020 begonnen haben daher abweichend zur IASB-Vorgabe nicht nur freiwillig, sondern bereits verpflichtend anzuwenden. Entsprechend haben wir unsere EU-IFRS 2020 für Sie aktualisiert. Ebenso wurde auch der Band „Leasingverhältnisse“ unsere EU-IFRS-Taschenbuchreihe aktualisiert und ist für 3,92€ über amazon.de erhältlich.

EU übernimmt Änderungen an IFRS 3 zur Definition des Geschäftsbetriebs

Am 21.04.2020 hat die EU Kommission mit der Verordnung (EU) 2020/551 Änderungen des IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse übernommen. Hierdurch wird die Definition eines Geschäftsbetriebs geändert und es werden weitere Klarstellungen bezüglich der Definition (u.a. ein „Konzentrationstest“) in Anhang B aufgenommen.

Die Änderungen sind für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2020 begannen anzuwenden. Entsprechend haben wir unsere EU-IFRS 2020 für Sie aktualsiert und unser Taschenbuch (EU-IFRS Konzern- und Einzelabschlüsse, 240 Seiten, 6,99€) für Sie auf den neuen Rechtsstand gebracht.

EU übernimmt Reform von Referenzzinssätzen

Am 15.01.2020 hat die EU-Kommission mit der Verordnung (EU) Nr. 2020/34 die Verlautbarung des IASB zur Reform der Referenzzinssätze übernommen. Die neuen Regelungen sind anzuwenden auf Geschäftsjahre, die am oder nach dem 01.01.2020 beginnen.

Die Reform fußt auf dem 2014 veröffentlichen Bericht Reforming Major Interest Rate Benchmarks des europäischen Finanzmarktstabilitätsrates, der Empfehlungen dazu enthielt die auf den Interbankenmärkten basierenden Benchmarks und sonstigen potenziellen Referenzzinssätze robuster zu machen und alternative, nahezu risikofreie Referenzsätze zu entwickeln. Basierend auf diesen Empfehlungen änderte das IASB die Vorgaben und Angabepflichten für Sicherungsgeschäfte in IAS 39, IFRS 7 und IFRS 9.

Entsprechend haben wir sowohl unsere EU-IFRS 2020 für Sie angepasst, als auch den Taschenbuchband „EU-IFRS: Finanzinstrumente“ für Sie aktualisiert. Zusätzlich zu den aktualisierten IFRS enthält der Taschenbuchband auch eine knappe Synopse zu den Änderungen, die Ihnen dabei helfen soll, die 2020 erstmalig anzuwendenden Textänderungen nachzuvollziehen und umzusetzen.

EU übernimmt Definition von „Wesentlichkeit“

Mit Verordnung (EU) 2019/2104 vom 29.11.2019 hat die EU-Kommission Konkretisierungen der Definition von „Wesentlichkeit“ in die EU-IFRS übernommen. Hierdurch wurden neben IAS 1 und IAS 8 auch IAS 10, IAS 34 und IAS 37 geändert.

Die konkretisierte Wesentlichkeitsdefinition ist für Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 01.01.2020 beginnen. Entsprechend haben wir unsere „EU-IFRS 2020“ für Sie angepasst.